Zwischensaft

„Interessenkreis für Sondierbohrungen im Alltag“ – so nennt sich die Gruppe  um luzid-schrägen   Theo Metzler. Sie klopft seit  Jahren unseren Alltag  nach geheimen Tapetentüren ab. Und diesmal klopfen Spezis von Metzler, die ein besonderes Gespür für Zwischenräume mit sich bringen, mit: Jovan Nabo der Slave, empfänglich für Mittelwellen oder Paddy, der junge Experimentierfan und nicht zuletzt Hanspeter Brauchle, die  unverwüstliche labile Kraft.                                                       Während sich auf der Bühne ein aufwendiges Mis en place entwickelt, wird Brauchle - als Posten eines Outdoor-Versuchs - mehr und mehr zum geheimen Hoffnungsträger. Kein Anlass zu klein, um Eingang zu Grossem zu sein.

Lockstoff

Ein unbekanntes exotisches Tier hat sich auf einem Transport in einen Zuschauerraum geflüchtet, was zum Unterbruch der Veranstaltung geführt hat.

Der herbeigerufene Tierspezialist (Benno Potzi) erscheint und  damit beginnt eine Vorstellung von einmalig stegreifmässiger Natur.

Da das Tier den Anlockungstechniken widersteht, bietet der Task Force-Leiter weitere Hilfskräfte auf: den unterbeschäftigten Gelegenheits-Musiker Jovan Nabo sowie den Volonteer-Assistenten Hanspeter Brauchle. Mit dem Auftreten dieser beiden Figuren wird immer klarer:  hier geht’s auch um menschliche Artenvielfalt.

verlustig

in eine Einsatzzentrale verwandelt wird, weil sich im Haus gegenüber etwas tut.  In LOCKSTOFF  ist die Bühne das Wohnzimmer und das Haus gegenüber der Zuschauerraum und „was sich tut“ hat das Zeug zu einer Sensation.

Mit Rittmeyers wunderbar scharf-schrägen Figuren (auch Brauchle ist wieder dabei!) darf wieder einmal ein skurril-spannender Abend erwartet werden.

 

(Tages-Anzeiger: „Ein Kabarettabend der Extraklasse“.

NZZ: „Köstlichliches Anti-Spektakel“)

Retrospeck

Eine dramaturgische Neufassung von Nummern aus vergangenen Programmen (als DVD erhältlich). - An einem heissen Sommertag in einem Tonstudio verlocht und einem unbedarften Tontechniker ausgeliefert. muss sich der Kabarettist selbst bei Laune halten und tut dies durch Belebung verschiedener Figuren: dem Wortjongleur und Freigeist Theo Metzler, dem chronisch ausgelieferten Langsam-Denker Hanspeter Brauchle und weiteren Figuren aus Rittmeyers Kabinett. Eine Inventurdes lustvoll-abgründig Alltäglichen.

Lachen und Pfützen
(Soloprogramm, Uraufführung 1974, St.Gallen, Kellerbühne)
Tagesnachrichten, Bern:
 „Er durchleuchtet die eigenen Schwächen und die seiner Mitmenschen. Oft nur in Andeutungen, oft brilliant böse durchformuliert. Er beschränkt sich nicht darauf, Typen zu karikieren, Alltagstrampel zu mimen. Er ist aktuell, sieht die Probleme unserer Zeit und die des Jahres 2000. Er lässt sein Publikum selber nachdenken. Und das Publikum denkt selber nach. Es friert von innen heraus.“

Ein Fötus namens Zeller
(Einpersonen-Stück, Uraufführung  1975,Städtebundtheater Biel/Solothurn)
St. Galler Tagblatt, 25. Nov. 1976:
Als am Schluss der lange Beifall verebbte , erhob sich ein Mann und fragte laut, ob der Autor bereit wäre, mit dem Publikum über das Stück zu diskutieren. So entwickelte sich ein einstündiges Gespräch zwischen den Zuschauern und Joachim Rittmeyer. 

Stören-Friede
(Solo-Programm, 1975, Bern „Zähringer“)
Thurgauer Zeitung, 26. 2. 1976:
Die Konstellation entbehrte einer gewissen Komik schon nicht, als Joachim Rittmeyer am Dienstag auf dem Wolfsberg (Ausbildungszentrum der Schweiz. Bankgesellschaft) auftrat.
Er spielte als Rahmenhandlung einen Referenten eines Managerkurses hatte also zum Teil ein Publikum vor sich, das er in seinem Programm aufs Korn nahm. Nun, die Leute lachten herzhaft, auch über die manchmal sehr hintergründige Ironie des Kabarettisten stolpernd,zuweilen am falschen Ort.  

Streng öffentlich
(Soloprogramm, 1976, Bern „Zähringer“)
Ostschweiz, 22.11. 1976:
Rittmeyers Spielidee legt von Anfang an die Komik nahe: Er, als Aufnahmeleiter einer Live-Sendung, begrüsst das Publikum im Fernsehstudio eineinhalb Stunden vor dem eigentlichen Sendebeginn, um mit den Leuten spontanes Verhalten jeglicher Art einzustudieren:Klatschen in verschiedenen klassifizierbaren Arten, Bein- und Armhaltung, Kopfstellung bei Brillenträgern, Spontangespräch mit dem Showmaster, Verlassen des Saals unter Protest.(...) Wer Augen hat zu hören, der gehe hin!“

Verdrängt und zugenäht
(Soloprogramm,  1978, Basel Café/Theater „Zum Teufel“)           
Tages-Anzeiger 1979:
Im beschädigten Leben der Opfer widerspiegeln sich die Täter. (...) So wird politisches Kabarett wieder brisant. Das Gelächter der Zuschauer ist nicht länger ohnmächtiges Ventil; bei Rittmeyer lacht man aus revoltierter (Selbst-)Erkenntnis. (...) Seine schonungslos präzisen Berufsbilder, die am meisten beklatscht wurden, denunzieren nicht den Altersheimleiter, den Fahrprüfungsexperten oder den Supermarktleiter. Vielmehr zeigen die kurzen Szenen auf, wie fremde Zwänge ihr Verhalten, ihre Gesten und ihr Reden verkrüppelt haben.

Bitte recht feindlich!
(Solo-Programm, 1980, Basel)
St.Galler Tagblatt, 27. 11. 1980
Das Stück kreist um uns Bekanntes. Erschreckend Bekanntes, aber nicht immer Erkanntes. Unsere Welt, unsere Zeit, die Entleerung. Also: die uns in einen sanften Mantel hüllende Werbung, die Flut der Befragungsbögen, die doppelte Moral, die Inkonsequenz unserer (oft nur vorgeheuchelten) Überzeugungen, das Fiasko unserer Beziehungen, das falsche Gefühl der Sicherheit. Und dazu kommen: die Gefahren der Computer, der zentralen Karteien, der Schnüffeleien, der Anpassung. (...) Diese Programm ist mehr als Seelenmassage, es nimmt her und verspricht notwendige Einsichten. Vielleicht, dass einige fast überlebensnotwendig sind...“

Ferienhalber anwesend
(Solo-Programm, 1982,  Basel)
Berner-Zeitung, 29. 4. 1982
Im Flugzeug aus den Ferien zurückkommend wird dem Publikum von einer nasalen Hostessenstimme gleichsam als Wiedereingliederungsmassnahme in schweiz. Verhältnisse ein Rittmeyerprogramm verschrieben. Dieser geniale Einfall öffnet ein weites Feld kabarettistischer Möglichkeiten.

Schwindelfreiheit
(Solo-Programm,  1984, Basel, „Vorstadt-Theater“)
Schweizer Illustrierte, 16. 10. 1985
Rittmeyer erkundet unter dem doppeldeutigen Motto ’Schwindelfreiheit’ als Blockbewohner das Flachdach einer Mietskaserne und schaut genau und unerbittlich hinunter in die Abgründe menschlicher Banalität, ins Verkehrsgewühl, ins genormte Freizeitvergnügen und ins Dickicht der Sachzwänge.

Angriff auf den Weltrekord
(Solo-Programm, 1986, Basel Café/Theater “Zum Teufel”)
Südkurier, 19. 4. 1986
Vordergründig nimmt Joachim Rittmeyer den Rekord- und Weltrummel aufs Korn. Aber dahinter steckt mehr: Die eingebauten Abschweifungen, Figurenporträts von umwerfender Präzision, zielen auf Hintergründe.
Die ’Linie’ des Programms zieht ein Mann, eine Mischung aus Entertainer, Showmaster und Propagandist, der das Publikum zu einem jener Weltrekordversuche zu animieren versucht, von denen die Zukunft der ganzen Menschheit abhängt. (...)
Es ist faszinierend, wie Rittmeyer plötzlich Beobachter und Beobachteter zugleich ist und damit dem Puiblikum die Augen öffnet für die Kleinigkeiten, auf die es ankommt.

Hallo König!
(Duo-Stück, zusammen mit Werner Widmer, 1987, Zürich „Hechtplatz“)
Zürcher Tagblatt, 10.10. 1987
(...) Indem sie aber die Erwartungshaltung des Publikums sprengen, gelingt es Rittmeyer und Widmer, in einmaliger Manier Verwirrung zu stiften und das Kabarettpublikum aus der selbstzufriedenen Haltung des lächelnden Kopfnickens herauszureissen. Ein Stück über die Perfektion und den Überdruss des Kabarettisten über ebendiese: ‚Hallo König!’ steht wunderbar schräg in der Zürcher Theaterlandschaft.

Abendfrieden spezial
(Solo-Stück,  1989, Basel, Regiebegleitung Werner Widmer)
LNN, März 1990   
Das Szenario: Fernsehabend im Altersheim ’Abendfrieden’. Eine Ansprache des Bundesrates aus aktuellem Anlass (Giftgaswolke) soll kommen, doch der Fernseher ist kaputt. Und was sich nun um Flickversuche und Zeitschinden entspinnt, ist eine herrlich komische und bitterböse Nummernfolge. (...) Rittmeyer spielt, wie mir scheint, sein komödiantisches Talent in ’Abendfrieden spezial’ erstmals so brilliant und voll aus. Es darf gesagt werden: Hier hat der Kabarettist zu seiner eigentlichen Hochform gefunden.“

Blankophon
(Solo-Stück, 1991, Basel)
Der Bund, 4. 5. 1992
Nun gibt es das Blankophon, eine Mischung aus Blanko und Telephon, Joachim Rittmeyers geniale Erfindung, die er auch noch im Einmannbetrieb selber betreibt. Mit dieser ist es möglich, jede gewünschte Person anzurufen – diet die Originalperson zwar, doch eine ’mehr oder weniger geschickte Fälschung’ derselben (...) So spielt er stets auf mehreren Ebenen zur gleichen Zeit: Nicht nur schlüpft er jeweils in die Rolle des übers Blankophon gesuchten Typen, er charakterisiert durch Worte Gesten und Mimik des Antwortdenden auch den Anrufer und untermalt das Ganze musikalisch mit seinem Vibraphon. (...) So wird seine Nummernfolge nicht zu einer der lautlustigen Sorte, sondern zum kabarettistischen Kabinettstück, blitzgescheit und aufmerksam, anregend und unterhaltend.

Der Untertainer
(Mehrpersonen-Solo, 1993, Basel, Regiebegleitung  Paul Steinmann)
Tagesanzeiger, 4. 11. 1993           
Der Kabarettist ist tot und die Aufnahme seines Programms ein Desaster. Um trotzdem eine Erinnerungs-CD veröffentlichen zu können, müssen Produzent, Ersatzkomödiant (Bruder des Verstorbenen mit ähnlicher Stimme) sowie Tontechniker das Programm rekonstruieren. Aus dieser Grundkonstellation macht Joachim Rittmeyer – mit präzisem Blick auf Zeit- und Eidgenossen – ein umwerfend komisches Solo für drei Typen. Schweizer Kabarett vom Feinsten.“ 

Grosses Satyrikon
(Regio-Kulturprojekt, August 1994) künstlerische Co-Leitung zusammen mit Christian ZehnderDer „Hellhof“ – ein grosses Bauerngehöft aus dem 18. Jh., das isoliert auf dem Betonwüstengelände des Euro Airports Basel-Mulhouse steht, war Schauplatz eines multidisziplinären satirischen Grossprojekts, an dem ein Dutzend Kabarettisten und Musiker aus dem Dreiländereck Elsass/-Deutschland/Schweiz in einer einmaligen Kooperation teilnahmen. Unter der anfänglichen Dreier-Autorenschaft Ueli Ackermann/Christian Zehnder/Joachim Rittmeyer entstand ein Spektakel, das den grotesken Standort des Bauerngehöfts thematisierte. Inszeniert und endmontiert wurde das dreistün-dige Spiel dann von Joachim Rittmeyer und Christian Zehnder.
Nebelspalter, 1994
Die massgeschneiderte Inszenierung ist gelungen, sie entspricht voll und ganz der ’zeitaktuellen Verwirrung’ Hellhof/Höllhof. Skurril und radikal ist sie, schonungslos und abgrundtief bösartig, witzig und schräg. Behutsam werden die Zuschauer/innen zu Beginn als ’Interessenten’ abgeholt und mitgenommen auf eine Reise, während der sie zusehends selbst zu Protagonisten werden, zu Bestandteilen dieses satirischen Spektakels in einem Niemandsland, das inmitten technischer Errungenschaften unserer Zeit liegt. Tod und Leben verschränken sich an diesem Ort und in dieser Inszenierung auf unheimliche Art, genauso wie Schönes und Hässlichens, Poesie und knallharte Realität.

Wirr bin ich?
(Interaktives Spiel für 10-35 Personen. Uraufgeführt am 23. Nov. 1994 in der Villa Wettsteinallee, Basel. Im Auftrag des „jungen theaters basel“.)

In der offenen Abteilung des Psychosanatorium „Villa Wahnsinn“ herrscht Aufbruchstimmung. Wieder einmal hat sich der Direktor entschlossen, einen seiner Insassen ziehen zu lassen – aber nur den besten, was heisst: den ausdruckklaresten.
Der „Betriebsstoff“ in diesem Spiel sind Wörter, mehrere tausend Attribute, von aalglatt bis zynisch.
Mit diesen Attributen gilt es, einerseits seine eigene (Wahn-)Identität korrekt zu beschreiben
(z.B. Marlene Dietrich/Stimme: ......),  anderseits die für’s Überleben draussen so wichtigen common sense-Aussagen richtig zu bestücken („Ja, ich finde auch. dass ein Politiker ...... sein muss“).
Die Spielleitung obliegt einem Ärzteteam. Wer gegen deren Entscheide opponiert, findet sich im „Ruheraum“ wieder.

Die Lesung
(Solo-Stück, 1996, Basel, Regiebegleitung Werner Widmer)
Zürich Express (Anja Lauper) April 1997
Mit einer Lesung, die nicht stattfindet, brilliert Joachim Rittmeyer im Theater am Hechtplatz: Sprachwitz als Hochseilakt über den Untiefen der Schweizer Seelenlandschaft. (...) Rittmeyer zielt nicht auf das Offensichtliche, sondern auf die Leerstellen und Hohlräume, die sich im alltäglichen Scheitern auftun. (...) Rittmeyer weigert sich, die Speise ’gaumensoft’ vorzukauen und präsentiert stattdessen die süsseste Versuchung seit der Erfindung des Vollwert-Kabaretts.“

Letzte Vorstellung
(Solo-Stück, 1998, Basel, Regiebegleitung Stephan Gerber)
Das Blatt, März 1998
Die Kabarettgruppe ’Die Windlichter’ kommt – über zwei Jahre nach ihrer Auflösung – noch einmal zu einem vertraglich längst vereinbarten Auftritt zusammen. Das zerworfene Trio beschliesst, um äusseren wie inneren Wiedervereinigungs-Hoffnungen vorzubeugen, auf Ensemblenummern zu verzichten. Dies hat zur Folge, dass jeder (sogar der Techniker) auf eigene Faust versucht, dem Abend zum Erfolg oder mindestens zum Nicht-Absturz zu verhelfen – was natürlich fehlschlagen muss. Und doch: unter Regieassistenz des Schicksals kommt der von Anfang an gefährdete Kunstflug doch noch zu einer unerwarteten Landung.
Auch sein neues Solo basiert auf einer raffinierten hochkarätig komischen Stückkonstruktion, welche die spannungsgeladenen Ambivalenzen seiner Figuren mit der ganzen Palette kabarettistischer, theatralischer und musikalischer Mittel widerspiegelt.

Gegenschirm
(1999-2001) Nichtdeklarierte szenische Installationen und Kampagnen im öffentlichen Raum während ca. 60 Aufführungstagen in der deutschsprachigen Schweiz. Im Auftrag des Migros Kulturprozent.Gesamtkonzept der szenischen Installationen und Regie (über 20 Laien- und ProfidarstellerInnen).
Aus diesem Projekt wächst später eine rein szenische Linie hervor, die am Humorfestival Arosa 2001 und 2002 unter der Bezeichnung Poesitcom auftritt.

Die Nachtabsenkung
(Duo-Stück, zusammen mit Patrick Frey, 2000 Theater am Gleis, Winterthur
Basler Zeitung, 5. Juni 2000
Im gemeinsamen Stück der Kabarettisten Frey und Rittmeyer geht es um die irrwitzige Verquickung eines Literaturabends mit der Beherrschung des Blasendrucks. Dabei kommt der Drang nach Höherem keineswegs zu kurz.
Die Welt meistern oder Weltmeister werden – um diesen feinen Unterschied dreht sich dieser Abend (...) Die beiden Vollblutkomiker treiben das Aufeinanderprallen zweier Kulturauffassungen mit feinem Sinn für die Abgründe der Sprache auf die Spitze. (...) Nach bester ’Götterspass’- und Rittmeyer-Manier verwickeln sich die Kunstfiguren Glinz und Ballmann in die wahnwitzigsten Konflikte und Gespräche. Wenn das nicht tiefschürfen-des Kabarett ist...“

Lauter Knistern
(Solo-Stück, 2001, Zürich, Theater am Hechtplatz)
WOZ, 22. 2. 2001
Wie lange knistert rin Korbstuhl, nachdem sich der Mensch daraus erhoben hat? Wie lange bietet ein zur Unkenntlichkeit zerknüllter Plastiksack der Unordnung Paroli? Diese und andere Fragen beantworten Experimentiermeister Theo Metzler und sein Assistent Hanspeter Brauchle mit Stoppuhr, Metermass und Mikrofon im einfach nur glücklich machenden Abend. 

Copy Cabana
(Solostück, 2003, CasinoTheater Winterthur, Coaching Felix Kündig / Endregie Stephan Gerber)

Südlich warm und mit unerschöpflichem Strandgut: das ist das "Copy Cabana", ein stadtbekannter Kopierladen. Oder besser: war es. Aus Anlass seiner Schliessung laden die Kunden in ein Theater ein zu einer Art Kehrausabend. Auch der gestrandete Besitzer erscheint mit einem Koffer voll Schriftstücke, die sich im Verlaufe der Jahre angesammelt haben. Die scheinbar harmlose Welt der Billigdrucke wird - dank kreativ-umtriebiger den und launischer Geräte -  zu erstaunlichen Dimensionen aufgefächert: Geburts- und Todesanzeigen, Flugblätter, Liebesbriefe, Plakate enthüllen mal für mal überraschendere Ab- und Lachgründe.

Orientierungsabend
(Solostück, 2005, CasinoTheater Winterthur, Coaching Felix Kündig / Endregie Christoph Haering
Das Team um Joachim Rittmeyer geht diesmal an die Grenzen  - und darüber hinaus. Über den Abgründen des Alltäglichen braut sich die wohl gewagteste Unternehmung zusammen, die die „Freunde des dauernden Experiments“, einer von Theo Metzler, dem vital-knorrigen Performer, initiierten Interessengemeinschaft, je angingen: einezeitechte Schlafwandlung soll über die Bühne gehen! Neben dem  Abendverantwortlichen mit Kreatiefgang sorgen Hanspeter  Brauchle, schlaftrunkener Proband und wandelnde Dauergefährdung sowie der rätselhafte Jovan und der resolute Unternehmer Lanzi dafür, dass die Orientierung immer wieder lustvoll verloren geht.

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