Anerkennungspreis der Stadt St.Gallen (1975)

Begründung: Als Ansporn für seine weitere künstlerische Tätigkeit als Kabarettist.

Salzburger Stier (1982)

Begründung: Als entschiedener Gegner des ’Unkrautvertilgungskabaretts’ hat er eine kabarettistisch-theatralische Programmform enwickelt. Unter gekonntem Einsatz seines schauspielerischen und musikalischen Repertoires schafft er Bilder und Stimmungen, die sehr nachhaltig und von ’homöopathischer Kraft’ sind, um es mit den Worten eines begeisterten Kritikers zu sagen. Joachim Rittmeyer bringt Gestalten auf die Bühne, die in ihrer Gratwanderung zwischen Harmlosigkeit und Abgründigkeit umwerfend komisch sind und den Zustand unserer absurd-heilen Zeit mit geradezu erschreckender Deutlichkeit auf den Punkt bringen

 

Cornichon (1998)

(Schweizerischer Cabaret-Preis)
Begründung: Meisterhaft versteht er es dann, selbst in verschiedene Rollen zu schlüpfen -
das ist eines der Qualitätsmerkmale von Joachim Rittmeyer, der damit auch immer wieder
sein schauspielerisches Können unter Beweis stellt.
Als Kabarettist ist sich Joachim Rittmeyer stets treu geblieben. Billige Lacher und Schenkelklopferhumor interessieren ihn nicht.In seinen satirischen Geschichten reiht er nicht Pointe an Pointe,
sondern er entwickelt die Handlung dermassen fantasievoll, dass der Zuschauer sein Interesse auf  das Wes richten kann: Auf die irritzigen Figuren des Alltags, auf ihre möglichen wie auch unmöglichen Aktionen  wie Reaktionen auf den Menschen unserer Zeit. Für sein bemerkenswerten Schffen als seriöser skurriler Kabarettist,
für sein grosses schauspielerisches Talent, Figuren auf den Grund zu gehen, erhält Joachim Rittmeyer den Cornichon-Preis 1998.


Schweizer Kleinkunstpreis

„Goldener Thunfisch“ (2007)
Begründung: Joachim Rittmeyer entspricht nicht dem bild des typischen Kabarettisten. Ihm sind keine Sprach-Schnellfeuer zu entlocken; im Gegenteil, beharrlich verweigern sich seine Bühnenfiguren einer eindeutigen Klassifikation und tun sich eher umständlich mit den Alltags-Misslichkeiten. Allesamt sind sie Pseudonyme, Alter Egos Rittmeyers, die an seinen Soloabenden in verschiedenen Rollen in Dialog miteinander treten. Die verqueren Denkmanöver, mit denen ein Schwerenöter wie sein Hanspeter Brauchle durch die Untiefen der Realität mäandert und in scheinbar unsinniuge Betrachtungen abstürzt, fordern dem Publikum einiges an geduld ab. Doch wird es reichlich belohnt durch scharfsinnige, poetische Pointen und schlafwandlerisch sichere Symptombenennungen einer absurden Normalität.
Der „Tagesanzeiger“ fasste die Kunst Rittmeyers als die „hohe Kunst des Tiefstapelns“ zusammen.
1974 trat der gebürtige St. Galler erstmals mit einem Soloabend auf. Inzwischen tourt er mit seinem 16. Soloprogramm durch die Schweiz. Immer hat er sich in seiner Karriere auch mit andern Kabarettisten, Schauspielern und Musikern zusammengetan, hat Neues ausprobiert und sein eigenes Bühnenpersonal verändert und stetig verfeinert. Entstanden ist ein komischer Mikrokosmos, ein Schwindel erregendes Abbild der Welt.
Laudatio von Daniele Muscionico:
(...) Es ist nicht nur das Was, das Joachim Rittmeyers Figuren so wahr machtg. Es ist mindestens so sehr das Wie. Rittmeyer präsentiert uns seine Alltagshelden in einer Kunstform des poetischen Herunterspielens und Niedrighängens, der planvollen Verweigerung von Sinnzusammenhängen als benutzerfreundliche Anleitung für Nutzlosigkeit.
Rittmeyer ist Schauspieler und Kabarettist in einem und der Fall seiner nutzlosen Nutzniesser ist weit tragischer als jeder Sturz eines Königs bei Shakespeare. Denken Sie an Theo Metzler, den Zeremonienmeister sinnfreier, kryptowissenschaftlicher Rituale im Allgemeinen und Abdankungen im Speziellen. Oder an Brauchle, Seismograph für die Abgründe des Alltäglichen. Brauchle leiht sein Ohr dem Geflecht des Korbstuhls nach Inbesitznahme durch Menschen. Oder er misst mit der Stoppuhr die Wiederauferstehung einer tödlich zerknüllten Plastiktüte. Metzler und Brauchle sind Rittmeyers Durchhalteparolen und Aufforderung zum Widerstand im Wissen darum, dass Widerstand unsere eigene Macht gegen die Macht des Faktischen ist. Metzler und Brauchle wissen, dass Menschlichkeit zwar wie ein Missverständnis aussieht – aber unsere letzte Chance ist, Mensch zu sein. -Für deinen kunstvollen Menschendienst ist der Schweizer KleinKunstPreis 2007 nur ein kleiner Dank und eine überfällige Anerkennung.

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