«verlustig» (aktuelles Solostück)
Solostück (ca. 105 Min.)
Regie: Stephan Gerber

- aus «verlustig», Foto: Claudia Gerrits
Ein Hochseilakt um Nichtvorhandenes: ein Mensch ist verschollen, ein Abspielgerät streikt und der Veranstalter lässt das Publikum sitzen. Dass hinterher doch nichts bedauert werden muss, ist der Verdienst eines privaten Performers, der den Dunst der Stunde zur Gunst der Stunde verwandelt.
Man gerät mitten in die Vorbereitungen eines privaten Anlasses, der an den spurlos verschwundenen Bekannten namens Hanspeter Brauchle erinnern soll. Dass daraus eine abendfüllende Ad-hoc-Performance entsteht, ist die Folge einer Kette von Ausfällen und Zufällen. Unvermutete Geheimnisse in trivialsten Erscheinungen nehmen überhand und führen zu aberwitzig-poetischen Momenten.
In diesem neuen Solo setzt Joachim Rittmeyer seiner Kunst des „beiläufigen Entertainments“ noch einen drauf: Er verlässt die Beschränkung kostümierter Figuren und kann dadurch Tempo wie Reichtum seiner Verwandlungsfähigkeit zusätzlich steigern. Existenzielle Komik wird durch geringfügigste Anlässe frei und verdichtet sich zu einem Gesamtkunstwerk aus Erzählform, Figurenspiel, Filmsynchronisation.
Nie war Rittmeyer virtuoser. („Tagesanzeiger“, Peter Müller).
Er tippt an, statt auszureizen; der eigentliche Dialog spielt im Kopf des Zuschauers. („Landbote“, Felix Reich)
Grosse Kleinkunst. („St.Galler Tagblatt“, Tobias Gerosa“)
Noch schräger, komplexer und noch besser als alles bisherigen Programme.(„Aargauer Zeitung“, Florenz Schaffner).



